Hegegemeinschaft Weschnitztal
(C)  2018  /  Franz Regner

Ferienkinderwanderung des Jagdklub St. Hubertus Bergstaße e.V.

Mit großer Vorfreude trafen sich am 22.08.2014 um 9 Uhr 29 Kinder zwischen

sechs und zwölf Jahren auf der Starkenburg in Heppenheim. Sie folgten einer

Einladung des Jagdklub St. Hubertus, die in der Presse veröffentlicht wurde.

Mit von der Partie waren auch vier Hunde aus der Jägerschaft, auf die sich die

Kinder ganz besonders freuten.

Nachdem sich die Eltern und Großeltern von

den Wanderern verabschieden konnten und

das Übernachtungsgepäck auf zwei

Begleitfahrzeuge mit Hängern verteilt worden

war, ging es zur nächstgelegenen Schutzhütte am Waldrand. Die etwa ein

Kilometer entfernte Hütte wurde erreicht, nachdem die Kinder Tiere erraten

mussten, die sie als Bild auf dem Rücken trugen. Im Frage- und Antwortspiel

lernten sich die Kinder nun schon kennen.

Die begleitende Jägerschaft bestehend aus Amelie Schumacher, Selina

Schwöbel, Udo Pfeil, Christian Hirsch, Peter Riebel, Phillip Zeiß, Franz Regner

und Jens-Uwe Eder übergaben ab der Hütte die Verantwortung über das

Finden des etwa zwölf km langen Weges an die eingeladenen Kinder. Zuvor

erhielten sie Entdeckerwesten, die gefüllt waren mit Kompass, Seil,

Becherlupe, Fangvorrichtung für Insekten, Lupe und Wanderkarte. Nach einer

Unterweisung in Kompasskunde wiesen die Kinder (stets mit

Mehrheitsbeschluss) den richtigen Weg.

Die mitgebrachten Seile nutzten wir, um die Finesse der Knotenkunde zu

vermitteln. Mit einfachen Knoten wie gelegter Achter sowie gestochener Achter

hatten die Kinder sofort Erfolg und wurden immer neugieriger auf die nächsten

Knoten wie Schmetterlings-, Zeppelin- oder Tarjeereepknoten. Natürlich durfte

auch der Palstek nicht fehlen.

Mit diesem kurzweiligen Programm erreichten wir die Jägerrast auf fast dem

halben Weg, den die Kinder ungefähr 25 Male suchen mussten. Zwischendurch

schien immer wieder die Sonne, was uns dazu bewog, den Kindern die

Himmelsrichtung mit einer analogen Uhr zu zeigen. Süden lässt sich mit dem kleinen Zeiger (auf Winterzeit

korrigiert) als Winkelhalbierende zur „Zwölf“ selbst bei starker Bewölkung bestimmen.

An der Jägerrast hatten die Helfer ein

Frühstück vorbereitet und

Holzspielzeuge bereitgestellt. Für

Interesse sorgte auch die „Da Vinci-

Brücke“ sowie ein das Körpergewicht

tragendes Speichenrad aus dünnen

Hölzern, was sie selbst zusammen bauen mussten. Die

bereitgestellten Jagdhörner brachten durch die Kinderlungen laute bis schöne Töne zutage.

Auf dem weiteren Weg passierten wir immer wieder

Hochsitze, zu denen wir erklären konnten, warum man

sie nicht betreten durfte. Weil die Kinder einsichtig

waren, durften sie einen

geprüften Hochsitz einzeln

erklimmen, um auch diese

Sichtweise kennen zu

lernen. An diesem

Hochsitz waren Wildkameras zur Beobachtung der eventuell vorkommenden

Wildkatze angebracht. Mithilfe dieser Kameras sollen den noch vorhandenen

Wildkatzen in Deutschland  Korridore zu den nachgewiesenen Lebensräumen

geschaffen werden, um der drohenden Inzucht der Tiere durch Verinselung zu

begegnen.

Im letzten Abschnitt des selbstgefundenen Weges passierten wir das Felsenmeer von Seidenbach und

erreichten gegen 17 Uhr den Bergtierpark Fürth-Erlenbach. Ab jetzt zählten für die Kinder nur noch Blasrohre,

Jagdhorn spielen und der Besuch der Tiere im Park. Am Lagerfeuer bereiteten die Kinder auf

selbstgeschnitzten Stöcken ihr Abendbrot aus gegrillten Würstchen und Brotteig. Auch konnten die Kinder hier

ihr Gesangstalent mit Begleitung von zwei Gitarren zeigen.

Zu unserer Unterstützung kamen die Feuerwehren von Krumbach und Weschnitz,

aber nicht um zu löschen. Sie bauten zwei Großraumzelte auf, je eines für die

Mädchen und die Buben. Somit konnten die Kinder ab 0.30 Uhr nach der

Nachtwanderung im Tierpark in einen ruhigen Schlaf fallen.

Am nächsten Morgen weckte der frühen Regen unsanft. Nach einem ausgiebigen

Frühstück begannen die Aufräumarbeiten, bevor die Kinder um 10 Uhr von Eltern

und Großeltern abgeholt wurden. Ab jetzt gab es viel zu erzählen – es ist

anscheinend auch viel passiert.